Projekt gegen Antisemitismus soll weiter gehen

„Vom Schandmal zum Denkmal - Eine Region beschäftigt sich mit Antisemitismus und Antijudaismus“, so lautete die Bezeichnung eines Sonderprojektes, dessen Durchführung der Begleitausschuss für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in der Region Calbe, Barby und Bördeland am 18. Juni beschloss. Als Partner für die Umsetzung wurde die Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. gewonnen. Calbes Bürgermeister Sven Hause, Mitglied im Begleitausschuss des Bündnisses: „Regionale Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Antijudaismus – unter anderem am Beispiel des Umgangs mit der Antisemitischen Chimäre „Judensau“ an der St. Stephanie Kirche, Dokumentation und wissenschaftliche Begleitung, sichtbare Darstellung jüdischen Lebens in Calbe, Barby und dem Bördeland - z.B. durch Installation von Solpersteinen in der Region, Thematisierung in den Schulen und Bildung einer projektbezogenen Arbeitsgruppe standen und stehen auch künftig auf der Agenda“.

Im Sommer dieses Jahres wurde durch den Begleitausschuss Demokratie leben! für die Region Calbe, Barby und Bördeland der Beschluss gefasst, das Sonderprojekt „Vom Schandmal zum Denkmal - Eine Region beschäftigt sich mit Antisemitismus und Antijudaismus“ im zweiten Halbjahr 2020 durchzuführen. Foto: Salzlandkreis
Im Sommer dieses Jahres wurde durch den Begleitausschuss Demokratie leben! für die Region Calbe, Barby und Bördeland der Beschluss gefasst, das Sonderprojekt „Vom Schandmal zum Denkmal - Eine Region beschäftigt sich mit Antisemitismus und Antijudaismus“ im zweiten Halbjahr 2020 durchzuführen. Foto: Salzlandkreis

Calbe/Barby (pm). Christoph Maier, Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V., zieht eine positive Bilanz. Vor allem die Thematisierung jüdischen Lebens in der Region mit Schülerinnen und Schülern kam gut an und fand ein breites Medien­echo. In einem Projekttag konnten zum Beispiel an der Christlichen Sekundarschule Gnadau am Standort Barby 19 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Tobias Thiel, Studienleiter für gesellschaftspolitische Jugendbildung von der Evangelischen Akademie, handygestützte Stadtrundgänge erstellen. Die interaktiven und multimedialen „Actionbounds“ stehen nun der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Auch für Calbe wurde ein erster virtueller Rundgang entwickelt, der nun darauf wartet, in weiteren Projekttagen mit Jugendlichen erobert, ausgebaut und verfeinert zu werden. Informationen, Hintergründe, sowie die Links zu den interaktiven Stadtrundgängen auf den Spuren jüdischen Lebens in der Region finden Interessierte unter www.ev-akademie-wittenberg.de/vom-schandmal-zum-denkmal.

Bei der geplanten Verlegung von Stolpersteinen ist man einen großen Schritt weitergekommen. Gemeinsam mit Vertretern des Heimatverein Calbe konnte umfangreiches Material gesichtet werden. Ergänzt wurden zudem Standorte in Barby. Weitere Hinweise aus Orten in der Region sind erwünscht. Mit der Übergabe eines Antrags auf Verlegung von Stolpersteinen im öffentlichen Raum an die zuständigen Behörden wird das im Projekt gesetzte Etappenziel 2020 vollumfänglich erreicht.

Hause begrüßt diese Schritte, welche unter erschwerten pandemischen Bedingungen vollzogen wurden sehr, denn: „Voraussetzung für die Anmeldung der Verlegung beim Aktionskünstler Gunter Demnig ist die behördliche Prüfung und Genehmigung durch die beteiligten Kommunen, da es sich bei den Verlegungen bauordnungsrechtlich in der Regel um Baumaßnahmen im öffentlichen Raum handelt“. Auch im nächsten Jahr möchten die Projektpartner ihre Kooperation fortsetzen. Bis zur tatsächlichen Verlegung der Stolpersteine ist es jedoch noch ein weiter Weg. „Schön wäre es,“ so Maier „wenn es in der Region ein breites Stolpersteinbündnis geben könnte, in dem sich interessierte Bürgerinnen und Bürger, aber auch Vereine und Kommunen zusammenfinden.“

Mit der Recherche zu Angehörigen oder Hinterbliebenen der Opfer und der Anmeldung beim Initiator jeder Stolpersteinverlegung, dem Künstler Gunter Demnig, sind die nächsten Schritte beschrieben. Eine tatsächliche Verlegung sei, wegen der großen Nachfrage und des Antragsstaus während der Pandemie, kaum vor dem Jahr 2022 realisierbar. In der Frage zum Umgang mit der Chimäre an der Stadtkirche St. Stephani in Calbe konnte man nur kleine Schritte gehen. In vier Treffen kam man sich in der Frage, wie eine Kontextualisierung aussehen könnte, kaum näher. Hilfreich war die von der Ev. Akademie organisierte Begegnung mit Pfarrer Dr. Block und Mitgliedern des Gemeindekirchenrates in Wittenberg, wo man sich bereits seit Jahrzenten inhaltlich mit einer vergleichbaren Situation auseinandersetzt. Für den Austausch nahm sich die Arbeitsgruppe einen Tag Zeit und wurde durch einen Mitarbeiter des jüdischen Museums Berlin im Umgang mit „schwierigen Objekten“ und ihrer Botschaft sensibilisiert.

„Im Ergebnis der einzelnen Projektschritte im zweiten Halbjahr 2020 darf festgestellt werden, dass die inhaltliche Auseinandersetzung mit allen Projektzielen für die Beteiligten zahlreiche neue Eindrücke und zum Teil auch neue Sichtweisen eröffnete. Von daher sind wir uns einig, das Thema in den nächsten Jahren zum festen Bestandteil der Umsetzung von Demokratie leben! in der Region Calbe, Barby und Bördeland werden zu lassen“, so Hause.

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