Hallo, ich bin’s wieder, Stella.

Austauschschülerin Stella Schlawin mit einer Mitschülerin

Stella (l.) geht ein Jahr lang in den USA zur Schule. Hier ist sie mit einer Mitschülerin zu sehen. Foto: Stella Schlawin

Ich bin eine Schülerin des Burger Roland Gymnasiums und verbringe das Schuljahr 2018/2019 in den Vereinigten Staaten von Amerika in Noblesville, Indiana. Wie im letzten Artikel angekündigt, werde ich heute von meinen ersten Tagen in Amerika berichten.

Meine Familie auf Zeit hat mich sehr herzlich in ihrem Zuhause aufgenommen. Meine Gasteltern Lori und Jason lebten selbst als Austauschschüler für ein Jahr im Ausland. Ihr Wunsch war es immer, einem jungen Menschen die Chance zu geben, als Gast in einem fremden Land ein Schuljahr zu verbringen. Sie haben die Hoffnung, dass daraus eine lebenslange Freundschaft entsteht. Die ersten Tage nach meiner Einreise waren geprägt vom Kennenlernen der Familie und den Vorbereitungen für den ersten Schultag, der bereits drei Tage nach meiner Ankunft bevorstand.

Die ersten Tage zeigten, dass das kommende Jahr eine völlig neue Erfahrung für mich und meine Gastfamilie sein wird. Schließlich teilen sie nicht nur ihr Haus, sondern auch ihr Leben mit einem ihnen fremden Kind. Durch ihre eignen Erfahrungen als Austauschschüler haben sie mir sehr verständnisvoll geholfen, die anfänglichen Probleme und Sorgen anzugehen. Ich habe ein eigenes Zimmer, welches vor meiner Ankunft liebevoll eingerichtet wurde. Das neu renovierte Bad teile ich mir mit meiner Gastschwester Cate, was morgens leider manchmal in Stress ausarten kann, denn sie steht oft erst kurz vor der Abfahrt des Schulbusses auf. Cate ist 14 Jahre alt und besucht dieselbe High School.

Viele fragen sich, was der größte Unterschied im Alltag zwischen Deutschland und den USA ist. Für mich als Schüler einer High School ist der Alltag hauptsächlich auch auf die Schule und schulische Aktivitäten fokussiert. Um 6.45 Uhr fährt der typisch gelbe, amerikanische Schulbus direkt vor meinem Haus los. Der Unterricht, welcher ausschließlich in Kursen stattfindet, beginnt um 7.35 Uhr. Ich konnte aus mehr als 200 Kursen meinen eigenen Unterricht zusammenstellen. Als Hauptfächer muss ich amerikanische Geschichte, Literatur und Mathematik belegen. Durch das Kurssystem lernt man sehr viele Schüler und Lehrer, zu denen die Schüler meistens ein freundschaftliches Verhältnis haben, kennen. Eine Frühstückspause gibt es nicht. In der riesigen Mensa wird ein vielfältiges Mittagessen angeboten. Das Angebot beinhaltet Pizza, Burger und Co., was nicht sehr gesund und ausgewogen ist. Nach der Schule werden unzählige Aktivitäten angeboten. Ob Klubs wie Theater und Orchester oder Sport wie Baseball und Lacrosse, für fast jeden Schüler findet sich ein Hobby. Das, was wir aus Deutschland als Vereinsleben kennen, gibt es hier nicht. Ein Großteil der Freizeit spielt sich in der Schule ab. Normalerweise verlässt ein amerikanischer Schüler die Schule oft erst nach 17 Uhr.

Am aufregendsten sind für mich die Sportevents, zu denen ein Großteil der Schüler geht, um unsere Teams anzufeuern. Die American Football Spiele finden immer Freitagabends im Herbst statt und sind immer ein riesiges Spektakel und machen unglaublich viel Spaß. Dort spürt man ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, dass man ein Teil der Schule ist und ein gemeinsames Ziel hat. Abgesehen von der der Schule, die einen großen Part meines Lebens hier einnimmt, ist es eine komplett neue Erfahrung für mich, selbst für meine Wäsche verantwortlich zu sein.

Da es in Noblesville kaum Fußwege an den Schnellstraßen gibt, bin ich ständig auf Menschen angewiesen, die ein Auto besitzen. Das Laufen zum zehn Minuten entfernten, riesigen Supermarkt kann zu einem gefährlichen Abenteuer werden, wenn man am Straßenrand entlanglaufen muss.

Auch das Essen in den USA ist anders als in Deutschland. Ich bin mit dem Gedanken an Fast Food in dieses Land gekommen und tatsächlich ist ungesundes Essen die Hauptnahrungsquelle vieler Menschen. Selbst wenn man versucht, sich normal oder gesünder zu ernähren, wird man meist mit sehr vielen Kalorien konfrontiert. Der Anteil an Fett und Zucker ist deutlich höher und die Portionen sind generell viel größer.

In meinem nächsten Artikel werde ich über meine ersten Ausflüge und Aktivitäten in Indiana berichten.

Bis bald, bye, Stella