Ein neuer Standort wird gesucht

Vor gut einem Jahr verhängte der Altmarkkreis für das Tierheim in Hoyersburg einen Aufnahmestopp. Drei Wochen später zog die Stadt die Reißleine und kündigte den Vertrag mit dem Tierschutzverein Salzwedel und Umgebung.

Das Tierheim in Hoyersburg ist verlassen. Stück für Stück erobert sich die Natur das Gelände zurück. Laut einem Gutachten wären beträchtliche Investitionen erforderlich. Foto: ame
Das Tierheim in Hoyersburg ist verlassen. Stück für Stück erobert sich die Natur das Gelände zurück. Laut einem Gutachten wären beträchtliche Investitionen erforderlich. Foto: ame

Hoyersburg (ame). Fehlende Qualifikationen von Mitarbeitern und interne Querelen wurden damals als Grund für diesen Schritt angegeben. Seitdem sind in Hoyersburg keine Tiere mehr aufgenommen worden. Stattdessen beauftragte die Stadt den Allgemeinen Tierhilfsdienst in Ahlum mit der Betreuung von Fundtieren und bot an, das Areal in Hoyersburg an den Verein zu verkaufen. Der Übergang von einem zum anderen Tierschutzverein ging für die Stadt nicht ohne Auseinandersetzungen mit den bisherigen Betreibern ab und mündete in einer Räumungsklage vor dem Landgericht.

Als die Salzwedeler Tierschützer Anfang des Jahres den Schlüssel für das Gelände an die Stadt übergaben, hatte sich auch der Rechtsstreit erledigt. Inzwischen rotten Gebäude, Zäune und Flächen vor sich hin und werden von der Natur zurückerobert. Vor ihrem Auszug entfernten die Mitarbeiter des Tierheims Anbauten und mobile Anlagen, die nach dem Verständnis des Vorstandes dem Salzwedeler Verein gehören. Der Allgemeine Tierhilfsdienst hat ein Gutachten über den Zustand des gesamten Areals erstellen lassen und, als das Ergebnis vorlag, die Hände gehoben. Eine Sanierung des Hoyersburger Tierheims auf Grundlage aktueller Standards würde den Verein finanziell überfordern, sagt die Vorsitzende Iris Volk. Begonnen bei der Klärgrube, Elektroanlagen, Heizung, Dämmung bis hin zu sicheren Zäunen reicht der Investitionsbedarf. Das Hundehaus müsste abgerissen und neu gebaut werden. Gleiches gilt für eine tiergerechte Unterbringung für Katzen mit den entsprechenden Ausläufen, die ebenfalls neu errichtet werden müssten, zählt sie auf. Zudem stünden die bestehenden Gebäude unter Bestandsschutz. Das bedeute, wenn sie abgebrochen werden, dürften an der selben Stelle keine neuen errichtet werden. Der Tierhilfsdienst betreibt zwei Tierheime in Ahlum und in Horb. Momentan werde in Ahlum eines der Hundehäuser saniert. „Wir haben Erfahrung damit“, sagt Iris Volk. Der Verein könne nicht naiv an die neue Aufgabe herangehen und damit die bereits bestehenden Einrichtungen gefährden. Die Stadt wolle nun einen neuen Standort für ein Tierheim suchen. „Am besten unbebaut“, sagt die Vereinsvorsitzende.

„Dann können wir dort ein richtig schönes modernes Tierheim aufbauen“, blickt sie in die Zukunft. Denn es sei keineswegs so, dass sich der Verein nicht in Salzwedel engagieren wolle. Im Gegenteil. „Unsere Kapazitäten in Ahlum sind begrenzt, zumal wir auch für den Kreis tätig sind“, sagt sie. Dass die Ahlumer vom Kauf des Hoyersburger Areals Abstand nehmen mussten, sei schade, denn die Lage und die Anbindung seien „super“. Es gebe derzeit Überlegungen, die Fläche in Hoyersburg zum Verkauf auszuschreiben. Iris Volk hofft, dass die ehrenamtlichen Helfer und Unterstützer im Tierschutz weiter aktiv bleiben. „Wir wollen die Salzwedeler mitnehmen und einbinden“, sagt Volk. Sie hoffe, dass bald eine gute Lösung gefunden wird.