Jeder kann etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun

Lebensmittelhersteller wollen unbedingt vermeiden, dass Verbraucher schlechte Erfahrungen mit ihren Produkten machen. Deswegen setzen sie das Mindesthaltbarkeitsdatum eher zu knapp an - „mit schädlichen Folgen für die Umwelt“, so das Greenpeace Magazin.

Langzeittest des Greenpeace Magazin zeigt, wie irreführend das Mindesthaltbarkeitsdatum ist: Mehrere Produkte waren Monate über das aufgedruckte Datum hinaus einwandfrei genießbar. Foto: Greenpeace Magazin/Enver Hirsch
Langzeittest des Greenpeace Magazin zeigt, wie irreführend das Mindesthaltbarkeitsdatum ist: Mehrere Produkte waren Monate über das aufgedruckte Datum hinaus einwandfrei genießbar. Foto: Greenpeace Magazin/Enver Hirsch

(wid). Das hat in einer Testreihe mit dem KIN Lebensmittelinstitut Neumünster zum Thema Lebensmittelverschwendung herausgefunden, dass etwa Eier, Tofu oder Käse längst nicht verdorben sind, wenn ihr Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Sie sind ganz im Gegenteil oftmals noch monatelang genießbar. So hielten sich im Kühlschrank gelagerte Eier ganze 112 Tage nach dem MHD-Ablauf noch in der obersten Güteklasse, danach wären sie noch zum Backen, aber nicht roh genießbar gewesen. „Naturjoghurt im Becher, original verpackter Käse am Stück, Tofu und Tortellini mit Käse in eingeschweißten Packungen sind sogar ein halbes Jahr nach dem Einkauf und monatelang abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch einwandfrei“, heißt es bei den Testern.

Original verpackte Salami in der veganen und der Fleisch-Variante war zusätzliche 85 Tage genießbar, die eingeschweißten Falafel-Bällchen brachten es noch auf 49 „geschenkte Tage“. 22 Tage nach Ablauf des MHD war der eingeschweißte Käse in Scheiben fällig. Zu den Gründen für Testabbrüche zählten erhöhte Keimzahlen, Schimmel sowie Abweichungen in Optik, Geschmack oder Geruch. Ein zusätzlicher Labortest an elf Produkten mit jahrelang überschrittenem MHD, darunter eine seit mehr als acht Jahren abgelaufene Dose Erbsen, ergab ein durchwegs einwandfreies mikrobiologisches Ergebnis. „Wir zeigen: Solange die Ware richtig gelagert wurde, ist das Risiko für den Verbraucher extrem gering, sowohl für die Gesundheit als auch für die Qualität“, sagt Michael Pauli vom Greenpeace Magazin. Wirklich jeder könne etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun. Pauli: „Kaufen Sie nur das ein, was Sie tatsächlich verbrauchen wollen, greifen Sie zu Waren kurz vor Ablauf des aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatums, probieren Sie, ob ein abgelaufenes Produkt noch gut ist. Der beste Dreiklang gegen Lebensmittelverschwendung lautet: Sehen, riechen, schmecken!“