Schwere Zeiten für Helfer in der Krise

Lockdown bringt neue Herausforderung für Helfer

Wo Menschen soziale Fürsorge benötigen, braucht es andere, die sich dieser annehmen. Deshalb sind im DRK-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land e. V. verschiedene soziale Dienste und Helfer aktiv, die nicht allein jahreszeitbedingt auf besondere Situationen treffen. Die Corona-Pandemie und der anhaltende Lockdown bringen neue Herausforderungen mit sich – so arbeiten die sozialen Dienste in der Krise.

Schwierige Zeiten für Helfer - ein Beratungsgespräch zwischen der Leiterin des Frauenhauses Burg, Susann Schuster und einer hilfesuchenden Frau.
Foto: Christian Luckau / DRK-RV MDJL
Schwierige Zeiten für Helfer - ein Beratungsgespräch zwischen der Leiterin des Frauenhauses Burg, Susann Schuster und einer hilfesuchenden Frau. Foto: Christian Luckau / DRK-RV MDJL

Magdeburg/Jerichower Land (pm/trt). Wenn es um soziale Dienste geht, dann fallen vielen sofort die Kleiderkammern des Deutschen Roten Kreuzes ein. Sie sind vielseitig erkennbar, vor allem aber an den Kleidercontainern, von denen der DRK-Regionalverband rund 50 Stück im Jerichower Land und Magdeburg unterhält. Neben der Kleidersammlung, Aufbereitung und Ausgabe der Kleidung an Bedürftige zählen auch Suppenküche, Frauenhaus und Frauenberatungsstelle, Fahrdienst, Migrationsberatung, Suchtprävention und Betreuungsverein zu den sozialen Diensten im Deutschen Roten Kreuz. Sie alle kennen ihre Fürsorgepflicht in der Krise und sehen gerade in Zeiten von Selbstisolation und gesellschaftlicher Verwerfungen durch den Lockdown für sich neue Herausforderungen. „Die Anfragen an uns haben sich seit Oktober merklich verändert“, erklären die Sozialpädagoginnen des DRK-Frauenhauses in Burg. Woran das liegt? „Nicht an der Abnahme häuslicher Gewalt“ sind sie sich sicher. Stattdessen sehen sie eine andere Erklärung für die Stagnation bei den Hilfsanfragen: „Situationsbedingt haben die Frauen kaum mehr eine Möglichkeit unbeobachtet zu sein. Sich aus dem Haus zu bewegen, um sich an die Frauenberatungsstelle oder direkt an das Frauenhaus zu wenden, ist faktisch kaum mehr möglich. Außerdem spielt ein wichtiger psychologischer Aspekt eine Rolle. Viele Frauen flüchten sich häufig in Ausreden, sehen den Partner in einer vermeintlichen Krisenzeit als Verbündeten und gehen davon aus, dass sich nach Corona das Leben in der Beziehung wieder normalisieren wird. Zu guter Letzt ist auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht zu vernachlässigen.“

Helfer stehen vor großen Problemen

Zumindest für das letzte Problem gab es bis vor Kurzem eine Lösung. Eine Quarantänewohnung im Stadtgebiet. Diese fiel am 1. Januar weg, da die Finanzierung durch das Land Sachsen-Anhalt eingestellt wurde. „Wir agieren derzeit mit Corona-Schnelltests, um Infektionen schnell erkennen zu können und die Mütter und Kinder in unserer Einrichtung zu schützen. Bei einer Neuaufnahme mit positivem Test stehen wir allerdings vor einem Problem“, berichtet die Sozialpädagoginnen einstimmig. „Der Schutz der eigenen Gesundheit ist auch für viele Bedürftige in Magdeburg ausschlaggebend“, weiß die Leiterin der DRK-Geschäftsstelle Magdeburg, Britta Goehring zu berichten.

In der vom DRK-Regionalverband in der Magdeburger Geschäftsstelle betriebenen Suppenküche und Wärmestube werden täglich weniger warme Speisen vor Ort eingenommen. Dies liegt auch dran, dass die Geschäftsstelle für Besucher ohne vorzeigbaren negativen Corona-Test geschlossen ist. „Das stellt natürlich ein Hemmnis für die Bedürftigen dar. Deshalb erhalten wir nun vermehrt Anfragen von betagten Bürgern, die sich freiwillig in Selbstisolation begeben haben, ob wir für sie Lebensmittel einkaufen können. Dies geht personell leider nur bis zu einem bestimmten Punkt, weshalb wir eine Abholung ohne persönlichen Kontakt eingerichtet haben“, so Goehring. Die Anpassung an die situationsbedingt neuen Gegebenheiten war auch für die Kleiderkammern notwendig. Eine Ausgabe deshalb nur nach Terminabsprache möglich.

Mehr Anfragen nach Kleiderspenden verzeichnen die Helfer

Bei ihnen zeichnet sich zudem ein ganz anderes Bild ab. Egal ob in Burg, Genthin oder Magdeburg, überall verzeichnen die Leiterinnen mehr Anfragen und damit einen höheren Bedarf an Kleidung bei gleichbleibendem Spendenaufkommen. „Die Kleidercontainer werden weiterhin geleert und Kleidung kann in den Kleiderkammern nach wie vor abgegeben werden“, geheißt es dazu aus den Kleiderkammern.cEin ganz anderes Feld in den sozialen Diensten ist die vorbeugende Suchtprävention. Hier sieht die Fachkraft für Suchtprävention im DRK-Regionalverband, Tobias Rudolph, erst einmal keine Veränderungen. Wohl auch deshalb, weil derzeit keine Termine für Suchtprävention vor Ort vergeben werden können. „Für die Zeit nach dem derzeitigen Lockdown gibt es bereits Termine“, informiert er und sieht vor allem die Hauptarbeit in den Suchtberatungsstellen. „Falls es Hilfestellungen zur Suchtprävention gibt, die keinen Aufschub dulden, sind wir natürlich auf elektronischem Wege unter fachkraft-praevention@drk-mdjl.de und per Telefon unter 0173/3049518 erreichbar“, fügt er abschließend an.

Hilfe suchen auch viele Migranten gerade in der Corona-Zeit in der DRK-Migrationsberatung. „Für uns stellt sich die Arbeit unter Corona-Bedingungen schwieriger dar, da uns der persönliche Kontakt mit den Hilfesuchenden fehlt und dadurch vieles über längere Arbeitswege behandelt werden muss“, berichtet Petra Gehrmann. Gerade dieser persönliche Kontakt erleichtert in einem so schwierigen Feld wie der Migrationsberatung vieles. „Behördliche Schreiben, die wir uns normalerweise bei einem persönlichen Gespräch ansehen und die Inhalte erklären, müssen jetzt umständlich im Briefkasten hinterlegt werden. Erst nach Sichtung durch uns erfolgt ein telefonischer Kontakt, bei dem Mimik und Gestik natürlich fehlen. Bei der Kommunikation und dem Hintergrund eines geringen Sprachverständnisses sind diese aber ungemein wichtig“, so Gehrmann weiter. Eine Wichtigkeit sieht auch Andreas Karge, Mitarbeiter im DRK-Fahrdienst in Bezug auf den Eigenschutz der DRK-Fahrdienstmitarbeiter. „Nicht die Fahrten an sich haben sich geändert, aber die Bedingungen, unter denen wir die Patienten transportieren. Die Sicherheit für unsere Mitarbeiter und die Patienten steht an oberster Stelle, deshalb sind Maßnahmen wie das Tragen von FFP2-Masken und die Reduzierung des Patientenkontaktes eingeführt worden. Eine Notwendigkeit, um Corona-Ausfälle zu vermeiden“, so Karge. Für alle Dienste, die vom DRK-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land e. V. angeboten werden gilt weiterhin eins: „Hilfe um zu helfen - Fürsorge um Not zu lindern – aus Liebe zum Menschen.“

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