15 000 Euro für Kloster

Mit einer finanziellen Unterstützung von 15 000 Euro wurde dem Kloster Jerichow in der Pandemiezeit kurzfristig geholfen. Die fehlenden Veranstaltungserlöse haben ein finanzielles Loch gerissen, das auch im Jahresverlauf nicht mehr kompensiert werden kann. 

Blick vom Klostergarten auf die Türme des Klosters Jerichow. Foto: Archiv/Nadin Hänsch
Blick vom Klostergarten auf die Türme des Klosters Jerichow. Foto: Archiv/Nadin Hänsch

Jerichow (pm). „Der Vorstand hat die eigenen Möglichkeiten zur Stabilisierung der Stiftung ausgeschöpft. Die meisten Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, alle Verbindlichkeiten wurden nach Möglichkeit reduziert und Soforthilfen beantragt“, berichtet Landrat Steffen Burchhardt. Als Kuratoriumsvorsitzender des Klosters kenne er die eh schon angespannte Finanzlage vor Ort sehr gut. Aus eigener Kraft könne dieses Defizit nicht gestemmt werden, darum habe Burchhardt entschieden, die in 2019 vom Kreistag freigegebene Zuwendung von 15 000 Euro jetzt zu gewähren, erklärt der Landrat die Entscheidung der Verwaltung. In den letzten Jahren hatte der Kreistag einer finanziellen Förderung des Klosters aus Landkreismitteln mehrfach zugestimmt und damit der besonderen Rolle des Klosters und seiner Bedeutung für die Region Rechnung getragen.

Feste Zuschüsse der Kuratoren bekommt das Kloster nicht. Das Land fördert seit geraumer Zeit sehr großzügig die Instandsetzung der Klosteranlage. Die Gemeinde Jerichow hilft mit vielen kleinen Dingen vor Ort. Kirche und Landkreis fördern die Stiftung projektbezogen. Aufgrund fehlender Pachteinnahmen sind diese finanziellen Unterstützungen in den letzten Jahren höher ausgefallen. Aktuell sind die Einnahmen des Klosters mit Ausnahme der Pachterlöse nahe Null. Sowohl der Saisonstart im März als auch viele geplante Veranstaltungen im Sommer müssen ausfallen oder können nur zum Teil stattfinden und das in den sonst eigentlich umsatzstärksten Monaten. „Wir wissen nicht, wie und wie lange sich die Krise tatsächlich noch auswirken wird. So wird beispielsweise auch das Verhalten der Menschen maßgeblich darüber entscheiden, wie schnell sich Kultureinrichtungen wieder erholen können. Sollte die Stiftung trotz der bisherigen Maßnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten, so werde ich den Kreistag erneut um eine angemessene Erhöhung der Zuwendung bitten“, ergänzt Landrat Burchhardt.

Das im 12. Jahrhundert erbaute Kloster Jerichow ist Namensgeber sowie Wahrzeichen des Landkreises Jerichower Land sowie der älteste Backsteinbau Norddeutschlands. Mit jährlich Tausenden von Besuchern genießt es die höchste touristische und kulturelle Bedeutung in der Region. Verantwortung für diese Einrichtung tragen als Gründungsmitglieder der Stiftung das Land Sachsen-Anhalt, die Kirche, die Stadt Jerichow und der Landkreis.