Wenn Herrchen früh zur Arbei geht

Wer Haustiere hält, muss dies mit der Arbeitszeit unter einen Hut bekommen. Abhilfe schafft die Hunde-Kita in Pretzier. Aufgrund der Pandemie sind aber die Auftragsbücher für Pensionstiere ausgedünnt. Pepper (5) muss in die Kita. Und sie freut sich darauf,  immerhin warten die Spielkameraden bereits. Doch Pepper geht nicht in eine gewöhnliche Kita. Sie ist Malteser und geht in die Hunde-Kita in Pretzier, wenn Herrchen und Frauchen arbeiten gehen. Damit ist sie nicht allein.

Golden Retriever Sammy und Malteser Pepper genießen die Zeit auf dem Hof der Tierpension Kunterbund in Pretzier. Foto: Alexander Rekow
Golden Retriever Sammy und Malteser Pepper genießen die Zeit auf dem Hof der Tierpension Kunterbund in Pretzier. Foto: Alexander Rekow

Salzwedel/Pretzier (are). Seit 2017 gibt es die Tierpension Kunterbunt von Kathrin Laule in dem Salzwedeler Ortsteil. Und der Name ist Programm. Schon am Eingang sieht es bunt und verspielt aus, wie eben in einer Kita. Im Inneren gibt es eigene Räume für Hunde und Katzen. Mit Sofa, Spielzeug und mehr. Und wie für Kinder in einer Kita auch, gibt es auf dem Hof allerhand zu entdecken. Inklusive Hundehütte mit Ausguck.

„Wir bieten Tierpension-, Kita oder Sitting“, beginnt Kathrin Laule zu erzählen. Die Tierpension richtet sich an jene, die den Vierbeiner während der Urlaubszeit in guten Händen wissen wollen. In der Hunde- oder Katzen-Kita können die Tiere stundenweise betreut werden. Und wer sein Tier in den eigenen vier Wänden betreut haben möchte, kann Kathrin Laule zum Sitting rufen. „Dann füttere ich die Tiere, gehe spazieren oder fahre zum Tierarzt.“ Und das müssen nicht immer Haustiere sein. Laule füttert auch Schweine, lässt die Gänse aus dem Stall oder holt die Eier aus dem Hühnerstall. Und wer selbst nicht mehr zum Markt kommt, um Tierfutter zu kaufen, kann sich auch diese Aufgabe abnehmen lassen. „Ich bin als Kind mit Tieren aufgewachsen, wie auf einem klassischen Bauernhof“, erzählt Kathrin Laule weiter.

Kathrin Laule vor der Tierpension Kunterbunt in Pretzier. Foto: Alexander Rekow

Ein Leben ohne Tiere sei für sie nicht möglich, daher machte sie dies zum Beruf. „Ich habe von 2000 bis 2016 Vollzeit im Tierheim Hoyersburg gearbeitet.“ Zuvor habe sie sich dort bereits ehrenamtlich engagiert. Doch interne Querelen hätten ihr die Freude am Beruf verdorben. „Ich bin weinend hin und auch wieder zurück gefahren.“ Machtspielchen und  Missgunst hätten ein weiteres Arbeiten im Tierheim unmöglich gemacht.Und so fiel die Entscheidung, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Im Erdgeschoss des Wohnhauses entstand schließlich die Tierpension kunterbunt.

Volle Hütte werde es bei ihr aber nicht geben, so Laule. Denn dann müssten wohl Hunde in den Zwinger und das will sie nicht. „Bei uns sind bis zu zehn Hunde in der Betreuung möglich.“ Hinzu kommen maximal zwei Katzen, wenn sie aus einem Haushalt sind.
Außerdem müsste jedes Herrchen, dass seinen Vierbeiner betreut haben will, Nachweisen, dass das Tier gesund ist. So werde vermieden, dass die Haustiere sich gegenseitig anstecken können. Neben den Pensionsgästen stromern noch die -Hunde von Kathrin Laule durch das Haus. So zum Beispiel der kurzbeinige Flaffy. Das Herrchen des 16-jährigen Rüden ist verstorben. Und bevor dieser in ein Tierheim muss, hat Kathrin Laule ihn aufgenommen. „Das ist für die Sozialisierung wichtig“, sagt sie. Auch wenn der 16-jährige Flaff y wohl lieber seine Ruhe hat. Dafür ist seine Freundin Alma (12) umso aktiver. Durch den Kontakt unter den Hunden hätte sie schon einem Extremfall helfen können. So sei der Hund eines Kita-Nutzers völlig verängstigt gewesen. Sowohl Menschen als auch anderen Tieren gegenüber. Durch den  regelmäßigen Besuch in der  Kita sei es nun aber viel besser geworden.

Mit der Corona-Pandemie sei bei Kathrin Laule das Geschäft um etwa 50 Prozent eingebrochen. „Die Leute sind in diesem Jahr kaum in den Urlaub gefahren, deshalb brauchten sie ihre Tiere nicht in die Pension geben.“ Nur die Kita-Hunde würden das Geschäft am Leben halten. So aber habe  sie mehr Zeit für Spaziergänge. Und damit Herrchen und Frauchen wissen, wie es dem Schützling geht, schicke sie auch Videos und Fotos von den Aktivitäten. „Wir fahren auch mit den Tieren zum Arendsee.“ Für die Zukunft werde noch das Katzenhaus von ihrem Lebenspartner erweitert.  „Dann bekommen sie einen Spielplatz an der frischen Luft.“ Weitere Infos im Internet unter www.tierpension-kunterbunt.de, Telefon: 039037/915 030 oder E-Mail tierpension-kunterbunt@gmx.  de.

Rückblick 2020 im TGZ

22.01.2021

Technologie- und Gründerzentrum zieht Bilanz Landrat Dr. Steffen Burchhardt (links) besuchte die STAG GmbH. Jerichower…

Wir machen aufmerksam

22.01.2021

Händler in Salzwedel machen auf sich aufmerksam Auf die bedrohliche Situation des Einzelhandels machen Geschäftsleute…

SV Möhring hat neuen Kunstrasenplatz

22.01.2021

Herzenswusch erfüllt – Mitglieder vom SV Möhring sind happy Der Kunstrasenplatz vom SV Möringen ist…