Dem Hamster auf der Spur

Erinnerungen an Zeiten, als es dem Hamster gut ging

Im Rahmen der landesweiten Kartierung von Hamsterbauen, weilte ein Kamera-Team in Ummendorf. Grund war ein Erfahrungsaustausch ehemaliger Ummendorfer Hamster-Roder. So trafen sich Eckhard Kunth, Burkhard Kunth, Uwe Fest und Reinhard Falke und gaben Auskunft wie sich das Hamster-Roden vor 50 Jahren abspielte.

In Ummendorf wurde fachgesimpelt und über eine Hauptbeschäftigung vor 50 Jahren in den Schulferien gesprochen. Viele schöne Erinnerungen wurden aufgefrischt. Der Hamster ist ein Stück Kulturgut und gehört einfach in die Magdeburger Börde.  Geplanter Ausstrahlungstermin im MDR-Fernsehen ist am 26. Oktober um 21 Uhr. Foto: privat
In Ummendorf wurde fachgesimpelt und über eine Hauptbeschäftigung vor 50 Jahren in den Schulferien gesprochen. Viele schöne Erinnerungen wurden aufgefrischt. Der Hamster ist ein Stück Kulturgut und gehört einfach in die Magdeburger Börde. Geplanter Ausstrahlungstermin im MDR-Fernsehen ist am 26. Oktober um 21 Uhr. Foto: privat

Ummendorf (eb). In den Sommerferien, die damals noch acht Wochen lang waren, wurde fast täglich ausgerückt um Hamster-Baue auszugraben. Die Kinder aus der Badelebenerstrasse, ausgerüstet mit Spaten, Sack und Rackelhaken begaben sich jeweils in den Vormittagsstunden in die Feldmark. Die Hamsterbaue waren auf den abgeernteten Stoppelfeldern gut sichtbar. In der Regel konnte man schon von weitem die herausgewühlte Erde mit dem Eingangsloch sehen. Auch das Fallloch welches für Fluchtzwecke dem Hamstern diente war gut sichtbar, nur ohne herausgewühlter Erde. Von außen konnte man erkennen, handelt es sich um ein männliches oder weibliches Tier im Inneren des Baues.

Die männlichen Tiere hatten nur ein Fallloch, dagegen die weiblichen Tiere mit ihren Jungtieren hatten mehrere Falllöcher, damit konnten mehrere Tiere gleichzeitig bei Gefahr in ihren Bau flüchten. Die weiblichen Baue waren nicht so interessant wie die männlichen Baue. Hatten doch die Pätzen ihr tun mit der Aufzucht der Jungtiere. Zwei bis drei Aufzuchten pro Saison waren normal. Die männlichen Tiere dagegen hatten schon für den Winter reichlich Getreide eingefahren. Darauf hatten wir es abgesehen, denn es war bestes Geflügelfutter. Der Bau wurde immer den angelegten Gängen folgend, mit dem Spaten ausgegraben. Bis zur Kornkammer. Hier wurde dann mit einem Rackelhaken das Getreide herausgerackelt/gezogen. Auch als Vorsichtsmaßnahme, mit der ungeschützten Hand sollte man das nicht machen. So manche Narbe an den Fingern, zeugen heute noch von Hamsterbissen, denn sie sind durchaus wehrhafte Tiere und verteidigen ihre“ Beute“. Hinter der Kornkammer erschien dann der Hamster, praktisch am Ende der Röhre des Baues. Dieser hatte dann keine Fluchtmöglichkeit mehr, saß er doch im tiefen von uns ausgeschachteten Loch.

Der Hamster wurde freigelassen und musste sich dann einen neuen Bau anlegen. Es kam schon vor, dass bis zu 50 Kilogramm Getreide aus einem Bau herausgeholt wurde. Der Hamster legt sich für den Winter einen Vorrat an. In der Regel verschläft er den Winter und im Frühjahr öffnet er dann seinen verschlossenen Bau und tritt ins Freie um Nahrung aufzunehmen und sich fortzupflanzen. Hamster sind Einzelgänger, pro Bau gibt es immer nur ein Tier, außer die Mutter mit ihren Jungtieren. Diese vertreibt die Jungtiere wenn sie sich selbst ernähren können. Die Jungtiere legen dann jeweils ihren eigenen Bau an und legen den Wintervorrat an. Früher war die Zeit der Stoppelfelder länger als heute. Die Hamster hatten also viel mehr Zeit ihren Wintervorrat einzufahren. Konnten sie doch auf den abgeernteten Feldern noch viel Korn finden, dass etwa beim Dreschen liegen geblieben war.
Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der niedlichen Nager. Gab es doch auch richtige Hamsterplage Jahre, mit tausenden von Hamstern. Heute steht der Feldhamster auf der roten Liste, der vom Aussterben bedrohten Tierarten. In den letzten Jahren nimmt die Population wieder zu dank umfangreicher Schutzmaßnahmen.

Text: R. Falke

Leichtathletik: Wettkampf im Waldstadion

17.06.2021

Haldensleber Sportler bestreiten Wettkampf der Leichtathletik Leichtathletik: Erster Wettkampf des Haldensleber Sportclub nach Corona-Pause im…

Endspurt: 1,3 Mio. für 22 Förderprojekte

17.06.2021

Arbeitsgruppe unter Druck: Förderprojekte bis Ende 2022 abschließen Das Museum Wolmirstedt auf der dortigen Schlossdomäne…

Fregatte nimmt Rolandelixier und Ortsschild mit auf See

03.06.2021

Matrosen mit Haldensleber Ortsschild und Rolandelixier unterwegs