Kapitän oder Busfahrer – wer steuert die Elbfähre?

Elbfähre: Wenn Busfahrer zweigleisig unterwegs sind

Ein anständiger Busfahrer kann alles - wenn es sein muss auch eine Elbfähre steuern. Den Beweis dafür liefert die Linie 770 der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land, kurz NJL.

 

Zu den zwei Kapitänen gesellen sich vier Busfahrer in Ausbildung zu Fährmännern. Sie steuern künftig die Elbfähre zwischen Grieben und Ferchland. Foto: Falk Heidel
Zu den zwei Kapitänen gesellen sich vier Busfahrer in Ausbildung zu Fährmännern. Sie steuern künftig die Elbfähre zwischen Grieben und Ferchland. Foto: Falk Heidel

Das Kürzel steht für die Fährverbindung zwischen Ferchland und Grieben beziehungsweise zwischen dem Jerichower Land und der Altmark. Seit September ist die kommunale Verkehrsgesellschaft Betreiberin der Fähre. Nach der Stilllegung durch die damalige Betreiberin (Gemeinde Elbe-Parey) und massiven Protesten in Ferchland und Grieben hatten sich die Anrainer-Landkreise und Kommunen auf diese Betreiberform geeinigt.

Nach den ersten Monaten des Betriebs liegen erste Zahlen vor. Interessant: Zu den zwei Kapitänen gesellen sich vier Busfahrer in Ausbildung zu Fährmännern: „Nach 180 Ausbildungsstunden stehen die Prüfungen Ende November an“, erklärt NJL-Geschäftsführer Thomas Schlüter.

Er sagte auch: „Die Einnahmen haben sich stabil entwickelt - besser als erwartet.“ Er geht davon aus, dass die Fähre ab 2023 schwarze Zahlen schreiben wird. Ein Beispiel: Im September hatte die Fähre 3000 Fahrräder umgesetzt. Hinzu kommen mehr als 10.000 Fahrzeuge inklusive dazugehörigen Personen. Eine Person mit Fahrrad zahlt lediglich 1,60 Euro für eine Überfahrt in den benachbarten Landkreis. Subventioniert wird der Fährbetrieb mit jährlich insgesamt 38.000 Euro von den Landkreisen Stendal und Jerichower Land, sowie Tangerhütte und Elbe-Parey.

Die Stadt Jerichow hat sich mit einmalig 5000 Euro beteiligt. An Bord ist immer ein Fährmann und eine Servicekraft. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, als meist der Kapitän allein den Betrieb absicherte. Im Wirtschaftsausschuss des Genthiner Stadtrats sagte Schlüter: „Wir haben die Fähre mittlerweile lieb gewonnen, sie ist ein großes Stück Verbund-Erweiterung.“

Die Fähre ist vor 21 Jahren gebaut worden. Die Fährverbindung über die Elbe gibt es bereits seit 1722. Bis zur Einführung des Motorbetriebs 1928 wurde die Fähre nur durch Menschenkraft über die Elbe geschoben. Mit der Elbbrücke Tangermünde ab 1933 verlor die Fähre an Bedeutung. Ein Aufschwung gab es nach Ende des Zweiten Weltkriegs, weil ein Teil der Elbbrücke gesprengt worden war. Allerdings wurde die Fährstelle 1955 ganz aufgegeben.

Erst 1998 wurde die Verbindung mit einem modernen Fährschiff wieder aufgenommen - bis 2020. 14 Monate hatte es gedauert, bis die Fähre nach der Stilllegung wieder unterwegs war. Das haben die Menschen auf Ferchländer Seite am 30. August mit einem kleinen Volksfest bei Bratwurst, Getränken und Seemannsmusik gefeiert. Und die Busfahrer? Die werden künftig zweigleisig unterwegs sein: Manchmal auf der Elbe und zur Abwechslung auch im Schülerverkehr auf der Straße.

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