Carola Willners tiefgründige Gedanken über die Ausbreitung des Corona-Virus und seine Folgen zusammengefasst in einem Gedicht.

Ein kleines Virus hat es geschafft
und unser gesellschaftliches Leben zum Erliegen gebracht.
Es erreicht jeden Winkel auf dieser Welt,
nichts hält es auf, weder Grenzen noch Geld.
Ganz still, mit unsichtbarer Kraft,
zeigt es uns seine gewaltige Macht.
Es ignoriert Kriege, Katastrophen und Umweltverschmutzung,
fordert von uns Achtsamkeit und Seifenbenutzung.

Es diskutiert nicht, stellt keine Fragen,
löst Umweltprobleme in nur wenigen Tagen.
Fegt unsere Straßen einfach leer,
Flugverkehr gibt es auch kaum mehr.
Kreuzfahrtschiffe liegen im Hafen,
in Hotels darf niemand mehr schlafen.
Sogar an der Börse ist es aktiv,
treibt die Aktien in ein bodenloses Tief.

Studenten können nicht studieren.
Betriebe nicht mehr produzieren,
weil ihnen Zulieferungen fehlen,
die wahrscheinlich noch in China stehen.
Auch Medikamente kommen bei uns nicht mehr an.
Billigproduktion rächt sich eben irgendwann.

Schüler müssen zu Hause bleiben,
sich mit dem Handy die Zeit vertreiben.
Damit aber keiner die Zeit vertrödelt
oder am Ende noch völlig verblödet,
wird ab sofort zu Hause gelernt
und sich nicht vom Wohnort entfernt.
Eltern stehen in der Pflicht,
können wir arbeiten oder nicht.
Rund um die Uhr seine Kinder selbst betreuen,
wird nicht jedes Elternteil erfreuen.

Viele zwingt das Virus zur Entschleunigung,
andere laufen sich die Hacken wund.
Kürzlich wurde nun beschlossen,
Schwimmbäder, Kinos und Restaurants bleiben geschlossen.
Veranstaltungen, Konzerte sogar Fußballspiele wurden abgesagt
oder auf unbestimmte Zeit vertagt.
Auch der geliebte Sportverein
lässt kein Mitglied mehr hinein.

Was fangen wir mit unserer Freizeit nun an,
wenn man nirgendwo mehr hingehen kann.
Gespenstisch still ist es in den Straßen.
Wir müssen uns jetzt wohl selbst Bespaßen.

Einige Mitbürger mutierten bereits zum Hamstertier,
wurden überwältigt von unerklärlicher Gier,
nicht nach Ruhm, Macht oder Geld,
sondern nach Toilettenpapier, das rettet die Welt.
Und so manche Nudel denkt schockiert im Schrank,
wer uns alle isst, bleibt garantiert nicht schlank.

Derweil frisst sich Corona entspannt durch alle Schichten,
denn noch haben wir Nichts, es zu vernichten,
können uns nur nach den Anweisungen richten.
Niemandem mehr die Hände reichen,
jedem Menschen weiträumig ausweichen.

Doch einige Länder zeigen uns bereits wie es geht,
wenn man trotz Abstand dicht zusammensteht.
Gemeinsam wird von Balkonen gesungen,
Lichter durch die Nacht geschwungen.
Sogar für gebührende Dankbarkeit
findet sich dort die nötige Zeit.

Auch wir sollten an unsere Nächsten denken,
ihnen Aufmerksamkeit und Fürsorge schenken,
denn mittlerweile ist wohl jedem klar,
dieses Virus ist nur durch unsere verantwortungsvolle Mitwirkung aufhaltbar.
Ob schwarz oder weiß,
ob arm oder reich für das Corona Virus sind wir alle gleich.
Ihm ist es egal, woran wir glauben oder wen wir anbeten.
Letztendlich sind wir doch alle nur Gäste auf diesem Planeten.

Carola Willner (18.03.2020)