Aus für Förderverein Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“

Herbert Zange, letzter Geschäftsführer der Grube „Einheit“, später „Drei Kronen und Ehrt“, hat zum Ende des Jahres auf die Gründung des Fördervereins Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“ e. V. zurückgeblickt. Der Verein wäre Ende des letzten Jahres 30 Jahre alt geworden, wenn er sich nicht hätte auflösen müssen. Zange erklärt in einem ersten Teil, wie es zur Gründung des Vereins gekommen war und warum er sich aus seiner Sicht auflösen musste.

Bis zur politischen Wende wurden 7100000 Tonnen Eisenerz und Schwefelkies gefördert. Foto: Drechsler
Bis zur politischen Wende wurden 7100000 Tonnen Eisenerz und Schwefelkies gefördert. Foto: Drechsler

Elbingerode (pm). Der Aufbau des Besucherbergwerkes und die vorausgegangene Gründung des Fördervereins sei für alle Beteiligten eine bewegende Zeit gewesen. „Trotz widriger Umstände und Schwierigkeiten konnte der Förderverein das Besucherbergwerk eigenständig über 17 Jahre betreiben. Danach führte die Arbeitsförderungsgesellschaft mbH (AFG) das Besucherbergwerk bis zur Schließung noch vier Jahre. Nach 30 Jahren soll wieder daran erinnert werden, wie es zur Gründung des Fördervereins und zum Aufbau des Besucherbergwerkes gekommen ist.“

Für die Grube „Einheit“ stand im Jahr 1989 eigentlich die Erarbeitung des Perspektivplanes für den Zeitraum bis 1995 an, wie es entsprechend der Planwirtschaft der DDR üblich war. Bereits ab 1988 trat aber ein Rückgang im Absatz von Schwefelkies ein, was sich in den folgenden Jahren weiter fortsetzen sollte. Was berücksichtigt werden musste. Grundlage der Produktionsziele bildete dabei der Bestand an verfügbaren abbauwürdigen Erzvorräten. Die Analyse der Erzvorratsbestände ergab, dass für die Grube „Einheit“ keine lange Lebensdauer mehr zu erwarten sei. Bereits zu jener Zeit wurde auf der ehemaligen Schachtanlage Büchenberg ein Schaubergwerk aufgebaut. „Die Vorstellungen für ein Besucherbergwerk wurden 1989 von mir als damaliger Technischer Leiter in einer Konzeption dargelegt. Sie sollte zu gegebener Zeit als Sonderbetriebsplan der Bergbehörde zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Stollensohle und der darunter liegende Abbau 1/27 waren für das Besucherbergwerk vorgesehen. Im Gegensatz zu dem Schaubergwerk Büchenberg wurde hier geplant, dass im Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“ die Besucher die Bergbaugeräte in Funktion erleben und mit einer Grubenbahn einfahren können.“

Herbert Zange war der letzte Geschäftsführer der Grube „Einheit“, später „Drei Kronen und Ehrt“. 30 Jahre nach der Schließung der Grube blickt er auf die Gründung des Fördervereins Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“ e.V. und warum sich dieser auflösen musste, zurück. Foto: Drechsler

Infolge der bevorstehenden Entbindung des Betriebes Schwefelkies „Einheit“ aus dem Verband des Bergbau- und Hüttenkombinates Freiberg und Überführung in die Selbständigkeit informierte die Betriebsleitung im Februar 1990 die Belegschaft darüber. Der Aufbau eines Besucherbergwerkes kam jetzt wieder zur Sprache, der würde aber nur über einen Förderverein möglich werden. Über das Bergwerk wäre der Aufbau nicht realisierbar gewesen. Weil die Unterstellung der Grube „Einheit“ an die Treuhandanstalt schon bevorstand, hätte so ein Objekt nicht in deren Konzept gepasst und wäre auch nicht finanziert worden. Noch im Februar gründeten sieben engagierte Bergleute den Verein unter dem Namen „Förderverein Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“.

Die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister als gemeinnützig bestätigte das Amtsgericht Wernigerode am 1. März 1991 nach Zusendung der Satzung vom 27. November 1990. Als Vereinsvorsitzender war Dipl.-Ing. Michael Mahlke und als Stellvertreter Dipl.-Ing. (FH) Roland Dolch bestimmt worden. Den zweiten Teil zur Gründung und Auflösung des Fördervereins Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“ e. V. können Sie in der kommenden Ausgabe des General-Anzeiger lesen.

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